Social Learning #solea11

Mein Beitrag zu #Solea11 ist ein wenig verspätet und dennoch möchte ich noch zu der spannenden Diskussion im Rahmen der Blogparade #Solea11 beitragen. Ich habe mich sehr gefreut als ich über diese Initiative erfahren habe und hoffe, dass die Organisatoren und die Autoren viele interessante Erkenntnisse daraus gewonnen haben. Vielen Dank an Cornelie Picht für die Einladung.

Soweit die kurze Einführung. Nun meine Position zum Thema „Social Learning“:

Social Learning ist ein vielschichtiger Begriff und kann m.E. im weiteren und im engeren Sinne betrachtet werden. Im weiteren Sinne bedeutet Social Learning das gemeinsame Lernen in Gruppen, Netzwerken, Communities. Sicherlich haben Menschen seit je her gemeinsam mit anderen gelernt. Dass soziales Lernen bei unterschiedlich organisierten und industrialisierten Gemeinschaften die Grundlage des Lernens darstellt, wissen wir u.a. aus der ethnographischen Forschung (z.B. die Arbeiten von Lave und Wenger). Auch aus der entwicklungspsychologischen Perspektive wurde mehrmals die Rolle des sozialen Lernens für die Entwicklung des Menschen, vor allem in den ersten Monaten/Jahren des Lebens, betont (z.B. die Arbeiten von Donald Winnicott). Soziales Lernen steht im Zentrum u.a. sozialkognitivistischer (u.a. Bandura) und sozialkonstruktivistischer (u.a. Vygotsky) Ansätze. Dass sich mehrere Wissenschaftler und Disziplinen mit sozialem Lernen schon länger beschäftigen bedeutet jedoch nicht, dass wir bereits alles über soziales Lernen wissen oder dass „soziales Lernen nichts Besonderes“ wäre. Ganz im Gegenteil: Wie die neuste Forschung in sozialen Neurowissenschaften, z.B. zur sozialen Kognition, zeigt, bleibt soziales Lernen ein spannendes Thema, bei dem es noch viel zu entdecken gibt (hier möchte ich vor allem die Arbeiten von António Damásio erwähnen).

Social Learning im engeren Sinne gibt dann es mehrmals. Dieser Begriff wird für verschiedene Lernformen in unterschiedlichen Kontexten verwendet. Hier drei ausgewählte Beispiele: Im Bereich der sozialen Arbeit wird der Begriff „Social Learning“ als Synonym für das Lernen durch soziales Engagement verwendet. In diesem Kontext wird soziales Lernen vor allem als Grundlage und/oder Ergebnis von „Service Learning“, „Civic Engagement“, „Citizen Participation“ und „Community Empowerment“ verstanden.  Soziales Lernen als Begriff gibt es auch im Kontext des organisationalen Lernens. Insbesondere im Bezug auf das Konzept der „lernenden Organisation“ wird soziales Lernen als kollektives Lernen, kollektive Reflexion, Organisationsintelligenz und Organisationsgedächtnis aus Perspektive der Organisationsentwicklung diskutiert. Und dann gibt es auch den Begriff „Social Learning“ im Kontext von E-Learning vor allem E-Learning 2.0. Und auf diesen Anwendungskontext läuft die Diskussion bei #solea11 hinaus.

Was ist also das Besondere am Social Learning im Kontext von E-Learning 2.0? Ich möchte gerne hier zwei folgende Punkte erwähnen:

Lernen durch soziale Vernetzung: Im Gegensatz zu den vorherigen E-Learning-Ansätzen, die man vereinfacht als „E-Learning 1.0“ bezeichnen könnte, gibt es mit dem Aufkommen von Social Media/Web 2.0 eine Tendenz dazu, Lernen als Ergebnis der sozialen Vernetzung zu betrachten. Um den Unterschied mal plakativ darzustellen: während das Augenmerk beim E-Learning 1.0 darauf ausgerichtet war, die Inhalte und Lernwege intelligent zu strukturieren, so dass die Lernenden möglichst effizient ein von „Experten“ festgelegtes Soll erreichen, steht beim E-Learning 2.0 vor allem die Förderung der Vielfalt der Zugänge zum Lernen über die Verknüpfungen im sozialen Netzwerk im Vordergrund. Dabei wird die Rolle der Emergenz, die sich aus den Eigendynamiken der sozialen Beziehungen ergibt, betont. Das „Soll“ wird nicht zwingend vorgegeben. Lernergebnisse entstehen dank der sozialen Vernetzung.

Lernen als soziale Vernetzung: Im E-Learning 2.0 wird das Lernen nicht nur als Ergebnis sondern auch als Prozess der sozialen Vernetzung angesehen. Das Erstellen von Inhalten in einem Netzwerk/einer Community, das gegenseitige Kommentieren von Beiträgen in Blogs, das gemeinsame Erstellen von Inhaltsstrukturen in Wikis werden bereits als wertvolle Lernprozesse angesehen. Zugespitzt gesagt: Während beim E-Learning 1.0 die Lernenden alleine vor dem Rechner WBTs bearbeitet haben, lernt man beim E-Learning 2.0 durch Austausch mit anderen Menschen in Social Media.

Eine spannende Entwicklung zu Social Learning sehe ich auch in der Übertragung der Prinzipien von E-Learning 2.0 auf die herkömmlichen Bildungsszenarien, z.B. in der Hochschullehre. Hier gibt es mehrere Versuche (oft mit einem Experiment-Charakter), die Prinzipien von Kollaboration, Offenheit und Mitbestimmung durch den Einsatz von Web 2.0 in klassischen Settings zu integrieren. Social Learning wird dann sowohl in „internen“ Gruppen, z.B. unter Studierenden, aber auch über die klassischen Grenzen hinaus, z.B. mit „externen“ Experten, Studierenden, praktiziert. „Social“ könnte dann als Ausdehnung der sozialen Vernetzungen und die Einbettung in einem breiteren sozialen Kontext verstanden werden. Zusätzlich können Lernende das Curriculum mit-/bestimmen, angefangen mit den Lernzielen, über Prozesse, Inhalte, Medien bis hin zu Lernergebnissen. Zum anderen werden emergente Entwicklungen als Chance und nicht unbedingt als Störfaktor betrachtet. Neue Bedürfnisse, Fragen, Ansichten, die im Prozess entstehen, werden zu einem integralen Teil einer Lehr-/Lernsituation. Hier könnte „Social“ als Mitbestimmung und Partizipation aufgefasst werden.

Im Prinzip ist der Begriff „Social Learning“ so vielschichtig wie vielschichtig das Wort „Social“ ist. Dazu kommt natürlich noch die Frage was sich unter dem Begriff „Learning“ verbirgt, aber an dieser Stelle mache ich schon Schluss 😉

Kollaboratives Lernen (2)

Während meiner Recherchen zum Thema “kollaboratives Lernen” bin ich vor Kurzem auf einen interessanten Beitrag von Strijbos et al. (2004) gestossen. Dort wird die Meinung vertreten, dass die beiden verwandten Begriffe, d.h. “kooperatives Lernen” und “kollaboratives Lernen”, bisher noch nicht ausreichend ausdefiniert wurden, um als konzeptuelle Grundlage für das Design von computer-unterstützten kooperativen/kollaborativen Lehr-/Lernszenarien im Sinne von CSCL (Computer Supported Collaborative Learning) bzw. CSGBL (Computer Supported Group-Based Learning) dienen zu können.

Die Autoren setzen sich mit unterschiedlichen Ansätzen zum kooperativen und kollaborativen Lernen auseinander und kommen zur Schlussfolgerung, dass nich eindeutig aufgezeigt werden kann, was kooperatives und kollaboratives Lernen von einander unterscheidet.  Die Autoren erwähnen u.a. die Unterscheidung zwischen Kooperation als Zusammenarbeit in wohl-strukturierten Domänen und Kollaboration als Zusammenarbeit in schlecht-strukturierten Domänen (Slavin, 1997), sowie die Unterscheidung von Kooperation und Kollaboration als zwei Enden eines Kontinuums mit Kooperation als stärker strukturierte und Kollaboration als weniger strukturierte Zusammenarbeit (Millis and Cottell, 1998).

Die Autoren schlagen in diesem Zusammenhang vor, kooperatives und kollaboratives Lernen aus einer prozessorientierten Perspektive der während der Gruppenarbeit stattfindenden Interaktionen analytischer zu betrachten. Sie schlagen drei unterschiedliche Ebenen zur Beschreibung von Interaktionen vor. Diese sind (1) Arten von Beziehungen zwischen Gruppenteilnehmern (Ebene eins), (2) zeitliche Aspekte von Interaktionen (Ebene zwei) und (3) Arten kommunikativer Handlungen (Ebene drei).  Darüber hinaus werden weitere fünf Fakoren zur Beschreibung von kooperativen und kollaborativen Lernprozessen genannt. Diese sind: Lernziele, Aufgabenart, Vorstrukturierungsgrad, Gruppengröße und Art der technsichen Unterstützung.

Obwohl die genannten Beschreibungskategorien bestimmt nicht ausschöpfend sind und auch in Einzelfällen selbst ungenügend ausdefiniert wurden, zeigt der Beitrag von Strijbos et al. (2004), wie komplex die beiden Lernformen sind, wenn man sie in Einzelfaktoren zerlegen möchte.

Literatur:

Strijbos, J.W., Martens, R. L., & Jochems, W.M.G. (2004). Designing for interaction: Six steps to designing computer-supported group-based learning. Computers & Education, Elsevier 42, 2004 (pp. 189-211).

PLE im Studium

Am 10.03.10 habe ich einige meiner Gedanken zum Thema “Personal Learning Environments im Studium” beim 2. E-Learning Symposium an der TU Dresden im Rahmen eines Workshops  “Studieren 2.0” vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert. Die Leitfrage des Workshops war, ob sich Hochschulen mit persönlichen Lernumgebungen, welche viele Studierende im informellen Kontext bereits einsetzen, beschäftigen sollten und wenn ja, in welchem Rahmen und mit welcher Zielsetzung. In meiner Präsentation habe ich zunächst einige Beispiele von PLEs als Einstieg in das Thema vorgestellt. Es waren das PLE von Paolo Coehlo auf Netvibes und meine beiden persönlichen PLEs, d.h. iGoogle und Firefox Browser. Dem gegenüber habe ich einige LMS-Lösungen aus Hoschulen gestellt, d.h. Moodle, OLAT und Black Board. Aus dem Vergleich ergaben sich drei wichtige Unterscheidungsmerkmale: Kontrolle, Flexibilität, Individualisierung (mehr in der Präsentation unten). Zum Schluss habe ich einen Vorschlag von LMS als Teil von PLEs (z.B. als Widget mit aktuellen Kursinformationen oder neusten Forenbeiträgen ) zur Diskussion gestellt.  In der anschließenden Diksussion waren zwei Perspektiven sehr deutlich zu unterschieden.  Einige Teilnehmende waren mit der PLE-Thematik vertraut und konnten die präsentierten Ideen gut nachverfolgen. Diese Personen haben es auch als wichtig angesehen, dass Hochschulen PLEs/Web 2.0 ernst nehmen und z.B. beratende Angebote für Studierende schaffen (welche Möglichkeiten gibt es, was ist für welche Zwecke geeignet usw.) sollten. Andere Teilnehmende waren mit dem PLE-Thema und insgesamt mit Web 2.0 weniger vertraut. Diese Menschen waren schon alleine vor der PLE-Benutzeroberfläche überwältigt. Sie konnten es kaum nachvollziehen, wozu und wie man das alles nutzen kann und haben das Thema sehr stark unter den Aspekten Ablenkung, Informationsflut und Reizüberflutung betrachtet. Es gab sogar eine Person, welche die vorgestellten Beispiele als eine Art Standard (oder Anforderung) wahrgenommen hat, welchen Wissenschaftler bei Nicht-wissenschaftern erzwingen wollen.  Das war aber glücklicherweise eine Ausnahme. Diese Verteilung in der Gruppe führte zu einem sehr lebendigen und teilweise auch sehr emotionsgeladenen Austausch. Man musste sich teilweise das Rederecht hart erkämpfen 😉 Das fand ich sehr gut. Die ketzerische Idee von LMS als Widget in PLE war der starke Auslöser und es hat mich sehr gefreut, dass die Teilnehmenden so engagiert und tiefgründig an die Sache gingen. Aus zeitlichen Gründen konnten nicht alle Aspekte ausdiskutiert werden, z.B. (1) An welchen Stellen an Hoschulen könnte eine Medienberatung für Studierende angesiedelt werden (einige Vorschläge hier waren Bibliotheken, Projektgruppen) oder (2) Ist LMS überflüssig (die Daseinsbereichtigung von LMS wurde natürlich auch heiß diskutiert). Das Thema bleibt also weiterhin spannend und ich freue mich schon rießig auf die PLE Conference in Barcelona!

E-Lectures Best Practice

Gerade gestern habe ich in meinem neuen Blog “paradygmat“, welches ich bei Pontydysgu auf Polnisch schreiben darf :-), über “Lernen zum Mitnehmen” geschrieben, schon heute erreicht mich der Newsletter von e-teaching.org mit dem Call für das Themenspecial „E-Lectures“. Das Thema finde ich sehr spannend und werde die Entwicklungen weiterverfolgen.

Hier sammle ich schon mal einige Best Practice:

Ich freue mich auf Eure/Ihre Ergänzungen!

Mir kommt es leider vor, dass E-Lectures nur noch selten zum Einsatz kommen. Woran liegt das? Kosten? Kompetenzen? Lampenfieber? Wenig Experimentierfreudigkeit? Sind die Möglichkeiten ausreichend bekannt?

Lehr-/Lernmethoden in Web 2.0

Das neue Jahr hat angefangen und es ist an der Zeit nach vorne zu schauen. Welche Lehr-/Lernmethoden werden wir dieses Jahr bei der Gestaltung von Web 2.0-basierten Lernanszenarien einsetzten? Das wird sich zeigen. Was die Vergangenheit angeht, hat meine Umfrage zu diesem Thema folgendes ergeben: in den meisten Fällen wird projektorientiertes Lernen als Hauptmethode für Web 2.0-basierte Lernengebote verwendet.

Die Teilnehmer der Umfrage setzen hauptsächlich folgende Lehr-/Lernmethoden bei der Gestaltung von Web 2.0-basierten Lernszenarien ein:

  • Projekt-orientiertes Lernen (problem-based learning) – 77%
  • Problem-orientiertes Lernen (problem-based learning) – 54%
  • Untersuchendes Lernen (inquiry-based learning) – 38%
  • Entdeckendes Lernen (discovery-based learning) – 38%
  • Lernen durch Lehren (learning by teaching) – 23%
  • Programmiertes Lernen (programmed instruction) – 23%
  • Digitales Lernspiel (game-based learning) – 8%
  • Scaffolding – 4%

An der Umfrage haben 25 Personen aus der Twitter-Fachcommunity teilgenommen. Es ist natürlich nicht zu sehr aussagekräftig, aber als erster Einblick in den Web 2.0-Methoden-Mix interessant.

Online Educa Berlin 2009

Online Educa Berlin 2009 hat vom 2. bis zum 4. Dezember stattgefunden und ich war dieses Mal zum ersten mal auch als Rednerin dabei! Es gab so viele Themen und Eindrücke, dass ich es hier für mich und andere, die es mit eigenen Erinnerungen vergleichen wollen oder für die, die nicht teilnehmen konnten, festhalten möchte.

Pre-Conference

Pre-Conference Workshops & Seminars haben am Mittwoch 02.10.09 stattgefunden. Ich habe am Workshop “Competence Development with ePortfolios” an der HTW Berlin teilgenommen und fand sowohl die Themen als auch das Format sehr gut. Die Konzept sah so aus:  nach einer Reihe von Vorträgen konnte sich jeder aus dem Publikum ein für sich interessantes Thema aussuchen und an einem Follow-up Workshop (Thematic Table) mit dem jeweiligen Referenten in einer kleineren Gruppe das Thema vertiefen. So konnte ich mich weiter mit dem Thema “E-Portfolio: Standardization versus Individualization” auseinandersetzen und das Projekt “e3-Portfolio” an der Universität Augsburg näher kennenlernen. In der Kaffeepause gab es dann viele interessante  Gespräche. Ich freue mich sehr über die neuen Kontakte und Impulse!

Speakers’ Reception

Nach den Pre-Conference Workshops hat dann Speakers’ Reception im Hotel InterContinental stattgefunden, zu der alle Redner der Online Educa 2009 eingeladen wurden. An den Stehtischen konnten sich Redner, die in einer gleichen Session präsentierten, vorher kennenlernen und in einer netten, informellen Atmosphäre austauschen. Es war eine prima Möglichkeit auch mit Menschen aus anderen Sessions ins Gespräch zu kommen und so einen besseren Überblick über die aktuellen Themen und Trends zu bekommen.

Conference

Die Hauptkonferenz ging dann am Donnerstag 03.12.09 los. Bekannterweise ist Online Educa eine Mischung aus Messe und Konferenz. Wer an den Ausstellern interessiert ist, kann sich hier die Liste anschauen. Das Konferenzprogramm ist hier zu finden.

Ich habe zunächst an dem Opening Plenary teilgenommen und fand den Keynote von Zenna Atkins besonders spannend was den Inhalt aber auch den fesselnden Redestil angeht. Kurz danach war ich selbst schon dran zusammen mit Bieke Schreurs aus EuroPACE und Kate Reader aus City University London in der Session Pedagogical Strategies for Online-Learning (PED01) mit dem Titel “Real Experiences in Virtual Learning Environments”.  Zu unserer größten Überraschung “durften” wir in dem größten Raum, wo sonst Keynotes stattgefunden haben, präsentieren. Was waren wir aufgeregt. Im Nachhinein freue ich mich über diese Erfahrung. Es war für mich wie in einen Ozean reingeworfen zu werden, obwohl ich einen Teich erwartet habe 😉

Die Präsentation zum Thema „Boundary Crossing in Web 2.0 Communities“ ist gut angekommen und befindet sich nun auf SlideShare.

Am Donnerstag habe ich noch zwei weitere Sessions besucht: “ePortfolio: From Individual Documentation to Extended Learning Platform” und “The Mobile Learning Experience”.  Beide sehr interessant, vor allem die Idee vom Sprachenlernen über Telefon von Learnosity.

Abschließend fand an dem Tag die Online Educa Debate in welcher zwei Gegenmeinungen zum Thema “Folgen von Technologienutzung” aufeinander gekommen sind. Für mich war jedoch nicht dieser Streit, der sich um solche Parolen, wie “Facebook causes cancer”, gedreht hat, sondern die Visionen von Jerry Michalski besonders spannend, vor allem seine Idee von “Global Brain“.

Die interessanten Sessions am Freitag waren für mich “Narrative and Storytelling in Teaching and Learning“ und „Battle of the Bloggers“, über die ich bereits hier gebloggt habe. Ich habe leider auch einige interessante Sessions einfach verpasst, u.a. „Pecha Kucha“ und „Use Your Brain“ mit Jay Cross. Naja,  die Gesprächen in den Pausen waren einfach zu spannend.

Special Events

Neben den Keynotes und Vorträgen in den Sessions gab es eine Reihe an Special Events, wie Speed Networking Sessions, Live Internet Radio oder Special Interest Group Lunches.

Special Interest Group Lunch

Zusammen mit meinem Projektkollegen aus dem MMB-Institut, haben wir ein Special Interest Group Lunch zum Thema “Flops in Web 2.0-Based Learning” veranstaltet und beim Mittagessen viele interessante Gespräche zu diesem Thema geführt.  Persönlich fand ich insbesondere den Austausch zum Thema barrierenfreies Lernen sehr aufschlussreich.

Live Internet Radio

Am Freitag habe ich auch an einem weiteren Special Event – Live Internet Radio – teilgenommen und als Reporterin einige Teilnhemer der Online Educa zu ihren Eindrücken und Prognosen befragt, u.a den Vertreter von LinguaTV, welche für MEDEA Awards 2009 nominiert wurde und den Chef von Young Digital Planet, welcher für mich einer der  besten Keynote Speaker auf der Online Educa dieses Jahr war. Die Aufnahmen vom Freitag sind hier zu finden.

Die, wie ich finde, tolle Idee von Live Internet Radio kommt von Graham Attwell . Unter dem Titel “Sounds of the Bazaar” wurden an den Hauptkonferenztagen von 11 bis 11:40 Live Sendungen über Internet übertragen und gleichzeitig als Podcasts aufgenommen. Mehr dazu ist u.a. hier und hier zu finden. An dieser Stelle vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit und eine Menge Spaß an @GrahamAttwell und sein tolles Team, vor allem @mariaperif & @cristinacost.

TweetMeet

Es gab auch ein informelles Special Event -TweetMeet –  ein Treffen für alle, die während der Online Educa als Twitterer (oder Twitter?) aktiv waren, welches @cosmocat und @mediendidaktik ins Leben gerufen haben. Es war toll sich dazu auszutauschen, was die anderen von Twittern halten und warum sie es tun. Manche haben dann von “Total Twitter Immersion” berichtet 😉

Themen und Trends

Aus meiner Sicht gab es folgende Themen-Trends bei der Online Educa:

  • Transition/Change
  • Border-Crossing
  • Mobiles Lernen
  • E-Portfolio
  • Storytelling

Beste Redner

Die besten drei Redner waren für mich:

Weitere Infos und Links zu Online Educa Berlin 2009

Wunschliste für Online Educa 2010

Auf meiner Wunschliste für Online Educa 2010 sind:

  • Noch mehr von den alternativen Formaten, u.a. mehr Veranstaltungen mit dem Workshop-Charakter
  • Mehr Stimmen von den Lernenden: weniger Vorträge/Diskussionen nur aus der Lehrenden/Experten-Perspektive
  • Bessere Eintrittspreise (geht das?)
  • Mehr Kaffe & Kekse: da wird immer gespart oder? 😉

Alles in allem war es einfach super und ich freue mich sehr, dass ich daran teilnehmen konnte!

Transformatives Lernen

Ich habe vor Kurzem via Twitter zu einer Online-Umfrage zum Thema “Web 2.0 Pedagogies” eingeladen und wurde mehremals zu den Hintergründen gefragt.  Nun eine kurze Erläuterung.

Ziel der Umfrage “Web 2.0 Pedagogies” ist es, eine erste Einschätzung zu bekommen, ob und wie Transformatives Lernen als erwachsenenpädagogisches Lernkonzept im Web 2.0-Kontext angewendet wird. Kurz zum Transformativen Lernen: Dieses Konzept geht auf die Theorie des Transformativen Lernens von Jack Mezirow sowie auf die darauf aufbauende Modelle von Robert Boyd und Paolo Freire zurück. Die Theorie des Transformativen Lernen erklärt, wie Erwachsene ihre Bedeutungsstrukturen umwandeln, d.h. wie der Prozess der Transformation der im Laufe  biographischer Entwicklung entstehender Annahmen und Denkgewohnheiten und der anschließende Perspektivenwechsel verlaufen. Diese Transformationsprozesse werden als Lernprozesse angesehen, wobei unterschiedliche Ansätze mehr individuelle oder soziale Veränderungsprozesse stärker in den Blick nehmen. Zentral für die transformative Lernprozesse sind Erfahrung, Reflexion und Diskurs. Betont werden die Rolle der Lehrenden bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen für transformative Lernprozesse sowie die Selbstverantwortung der Lernenden für den eigenen Transformationsprozess.

Individuelle und kollektive transformative Lernprozesse sensu Mezirow & Tylor (2009), Cranton (2006) & Co. sind meines Erachtens im Kontext von Web 2.0, Social Software und Online Communities besonders interessant, da sie eine Diskussion und eine Forschungsrichtung eröffnen, in dem gefragt wird, wie tiefgreifende Annahmen und verfestigte Perspetiven durch soziales, venetztes Lernen in Web 2.0 mit den potenziell vielen Räumen für Diversität, Meinungsaustausch, Reflexion und Diskurs so verändert werden können, dass neue, funktionale, permeable und flexiblere Denkstrukturen entwickelt werden können.

Zu diesem Thema werde ich aus der Perspektive des Community-basierten Lernens Anfang Dezember auf der Online Educa in Berlin einen Vortrag halten und über die Ergebnisse der Umfrage zu “Web 2.0 Pedagogies” berichten. Eine Zusammenfassung nach der Konferenz schreibe ich dann auch in diesem Blog.

Vielen Dank an die, die bereits an der Umfrage teilgenommen haben. Ich würde mich auch auf Deine/Ihre Teilnahme  sehr freuen!

Click Here to take survey

 

Literatur:

Mezirow, J./Taylor, E. (Hrsg.) (2009) Transformative Learning in Practice. Insights from Community, Workplace, and Higher Education. San Francisco: Josey-Bass.

Cranton, P. (2006) Understandng and Promoting Transformative Learning: A Guide for Educators of Adults. San Francisco: Jossey-Bass.

#CCK09 Connectivism Open Online Course

Zum ersten mal nehme ich dieses Jahr an dem weltweiten Connectivism Open Online Cource #CCK09 von Stephen Downes und George Siemens teil. Ich bin sehr gespannt, wie so ein globaler, offener Kurs verlaufen wird, welche Tools wie eingesetzt werden und welche Themen diskutiert werden. Heute hat mich der erste “The Daily” mit der Video-Einführung von George Siemens erreicht. Als erstes habe ich den Twitter search für #cck09 und den Google blog search für #cck09 gemacht und als Follower bei manchen Teilnehmenden eingetragen. Dann habe ich mich beim Kurs in Moodle der Universität Manitoba in Canada regiestriert, warte aber noch auf die Zugangsdaten. Jetzt bin ich dabei einige interessante Links in delicious mit dem Tag #cck09 zu bookmarken und in dem CCK09 Wiki zu durchstöbern. Mal schauen, was in den nächsten Tagen passiert. Wer in Deutschland nimmt noch an dem CCK09 teil?