Plog, Plogging und mobiles Lernen

Vor kurzem habe ich über unterschiedliche Arten von Blogposts (Blogartikel) geschrieben. Dabei ging es um ganz “traditionele” (sic!) Formen des Blogens über das Web.

Geblogt kann aber auch aus einem Handy, z.B. einem iPhone oder Android. Blogposts, die mobil, von Handys, gepostet werden nennt man Plogs (phone logs).

Wenn man das Wort “plog” oder “plogging” googlet, findet man auch andere Erklärungen für die Kombination aus “p” und “blog”, z.B. “blogging of paintings” (Blogen über/von Bildern, Malerei), “pregnancy logs” (Blogen über die Schwangerschaft), “project logs” (Blogen über/von Projekten – auch interessant, wird als Projektmanagementmenthode beschrieben), oder “poll blogging” (Bloggen über eine Wahl/Abstimmung)

Ich bleibe aber weiterhin in diesem Blogpost beim Plogen als Blogen aus einem mobilen Endgerät😉

Was kann man also ploggen? (Ist das richtig? Oder: Worüber kann man ploggen?)

Auf iPadio beispielsweise werden Audio-Aufnahmen geplogt, z.B.

Der Kreativität und den Ausdrucksmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Es scheint auch, dass viele Menschen das Bedürfnis haben, einen Informations- und/oder Bildungsauftrag zu erfüllen.

Ich finde diese Entwicklungen sehr spannend und sehe sie als eine neue Möglichkeit das Lernen und Lehren zu gestalten. Mobile Geräte bieten gegenüber Computern viel mehr Flexibilität und Anwendungsfreiheit. Mit dem Handy in der Tasche kann ein Schüler, ein Student oder jeder andere, der etwas lernt, von zu Hause einen Text vorsprechen, aufnehmen und an den Lehrenden zur Korrektur senden. Der Lehrende kann in ähnlicher Weise das Feedback aufnehmen und auf einer Plog-Seite posten. Oder ein Schüler geht auf die Strasse oder in ein Betrieb und berichtet an seine Mitschüler darüber, was an einem Ort passiert. Oder der Lehrende berichtet an die Schüler, z.B. von einer Konferenz. Oder ein Student interviewt ganz unkompliziert in einem Cafe/Mensa etc. einen Politiker/Schriftsteller/Wissenschaftler und nutzt die Aufnahmen für sein Referat …

One thought on “Plog, Plogging und mobiles Lernen

  1. Danke für den anregenden Beitrag!

    Die im letzten Absatz angedachten Anwendungsformen finden m.E. hier in Deutschland ihre Grenzen an der Rhythmisierung des Schulalltags: Nach einem bis in den späten Nachmittag hineinreichenden Schultag, dann oft noch nicht fertigen Hausaufgaben, vielleicht auch noch der einen oder anderen mit unserem G8 seltener gewordenen außerschulischen Aktivität bleibt einfach (zu) wenig Raum für die attraktiven und spannenden explorativen und kommunikativen Szenarien wie Du sie entwirfst.

    Auch erfordert es ein gerüttet Maß an Opferbereitschaft bei Lehrkräften, bis in den späteren Abend hinein nicht nur Schülerarbeiten entgegenzunehmen, sondern auch noch akkurat kommentiert zurückzugeben – was dann nicht selten erst am nächsten Nachmittag/Vorabend zur Kenntnis genommen wird, da Jugendliche i.d.R. früher Nachtruhe halten als Erwchsene und ihre mobilen Geräte samt Tarifkosten wahrscheinlich auch nicht gerne der schulischen Arbeit widmen.

    Attraktiv und realistisch wird der Einsatz, wenn er in die Unterrichtszeit integriert wird, und da sind wir wieder bei dem Problem der 45-minütigen Bildungshäppchen aus selten kompatiblen Bereichen, die nicht wirklich zur z.B. mehr Zeit erfordernden Forschungsarbeit, zumal an außerschulischen Lernorten, einladen, sondern distanzierendes Schnupperlernen perpetuiert.

    Es ist wie verhext, immer öfter stoße ich an der Rhythmisierung als ein zentrales Problem in unserer Bildungslandschaft an und träume von regelmäßigen Themen- und Projekttagen, von frei verfügbarer institutionalisierter Nachforschungszeit und dergleichen mehr – und natürlich einem so ohne oder nur noch ganz seltenen Hausaufgaben auskommenden Lernbetrieb.

    Schon meine entmythologisierende Moodle-Praxiserfahrung (meine Frau und Kinder hatten sehr wenig von mir, als ich drei Kurse parallel via Moodle mit Gewinn ergänzend zu betreuen versuchte) ging stark in diese Richtung, da die Unterrichtszeit allein nicht ausreicht um in Flow zu kommen, man den Zeitaufwand für solches Arbeiten gerne unterschätzt und nicht alle zu Hause arbeiten können/wollen.

    So lange wir die Rhythmisierung nicht aufbrechen können, müssen wir bescheiden bleiben und kleine Schritte gehen bis in die methodische Umsetzung – eine Reihe von Beiträgen im Taschenfunk-Reader – http://goo.gl/LtFb – halte ich für gelungene und zukunftsweisende Beispiele.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s