PLE im Studium

Am 10.03.10 habe ich einige meiner Gedanken zum Thema “Personal Learning Environments im Studium” beim 2. E-Learning Symposium an der TU Dresden im Rahmen eines Workshops  “Studieren 2.0” vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert. Die Leitfrage des Workshops war, ob sich Hochschulen mit persönlichen Lernumgebungen, welche viele Studierende im informellen Kontext bereits einsetzen, beschäftigen sollten und wenn ja, in welchem Rahmen und mit welcher Zielsetzung. In meiner Präsentation habe ich zunächst einige Beispiele von PLEs als Einstieg in das Thema vorgestellt. Es waren das PLE von Paolo Coehlo auf Netvibes und meine beiden persönlichen PLEs, d.h. iGoogle und Firefox Browser. Dem gegenüber habe ich einige LMS-Lösungen aus Hoschulen gestellt, d.h. Moodle, OLAT und Black Board. Aus dem Vergleich ergaben sich drei wichtige Unterscheidungsmerkmale: Kontrolle, Flexibilität, Individualisierung (mehr in der Präsentation unten). Zum Schluss habe ich einen Vorschlag von LMS als Teil von PLEs (z.B. als Widget mit aktuellen Kursinformationen oder neusten Forenbeiträgen ) zur Diskussion gestellt.  In der anschließenden Diksussion waren zwei Perspektiven sehr deutlich zu unterschieden.  Einige Teilnehmende waren mit der PLE-Thematik vertraut und konnten die präsentierten Ideen gut nachverfolgen. Diese Personen haben es auch als wichtig angesehen, dass Hochschulen PLEs/Web 2.0 ernst nehmen und z.B. beratende Angebote für Studierende schaffen (welche Möglichkeiten gibt es, was ist für welche Zwecke geeignet usw.) sollten. Andere Teilnehmende waren mit dem PLE-Thema und insgesamt mit Web 2.0 weniger vertraut. Diese Menschen waren schon alleine vor der PLE-Benutzeroberfläche überwältigt. Sie konnten es kaum nachvollziehen, wozu und wie man das alles nutzen kann und haben das Thema sehr stark unter den Aspekten Ablenkung, Informationsflut und Reizüberflutung betrachtet. Es gab sogar eine Person, welche die vorgestellten Beispiele als eine Art Standard (oder Anforderung) wahrgenommen hat, welchen Wissenschaftler bei Nicht-wissenschaftern erzwingen wollen.  Das war aber glücklicherweise eine Ausnahme. Diese Verteilung in der Gruppe führte zu einem sehr lebendigen und teilweise auch sehr emotionsgeladenen Austausch. Man musste sich teilweise das Rederecht hart erkämpfen😉 Das fand ich sehr gut. Die ketzerische Idee von LMS als Widget in PLE war der starke Auslöser und es hat mich sehr gefreut, dass die Teilnehmenden so engagiert und tiefgründig an die Sache gingen. Aus zeitlichen Gründen konnten nicht alle Aspekte ausdiskutiert werden, z.B. (1) An welchen Stellen an Hoschulen könnte eine Medienberatung für Studierende angesiedelt werden (einige Vorschläge hier waren Bibliotheken, Projektgruppen) oder (2) Ist LMS überflüssig (die Daseinsbereichtigung von LMS wurde natürlich auch heiß diskutiert). Das Thema bleibt also weiterhin spannend und ich freue mich schon rießig auf die PLE Conference in Barcelona!

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